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Montag, 05 Dezember 2016 15:31

Was tun, wenn der Vermieter zu wenig heizt?

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In manchen Wohnungen zittern Mieter vor Kälte und fragen sich, wann das endlich aufhört. Das Kältegefühl auf der Haut macht unruhig und Mieterinnen und Mieter suchen nach einer schnellen Lösung. Eigentlich wäre die Lösung ganz einfach umzusetzen.

Die Heizung aufdrehen. Doch manche Mieter können die Heizung nicht ohne Hilfe ihrer Verwaltung höher aufdrehen. Manche greifen in ihrer Not zum Föhn oder zünden Kerzen an. Doch all das funktioniert nur bedingt. Besonders dramatisch wird es, wenn es Wochenende ist und weder die Verwaltung noch der Hausmeister erreichbar sind. Dann können sich Mieterinnen und Mieter nur noch in warme decken einkuscheln und warten, bis es wieder Montag wird.

Wie warm muss die Wohnung sein?

Die Wohnungstemperatur wurde von der Schlichtungsstelle bereits festgelegt. Zwischen 7 und 23 Uhr müssen in der Mietwohnung 20 bis 21 Grad erreicht werden. Nur zwischen 23 und 7 Uhr darf der Vermieter die Temperatur absenken.

Bei wem die Heizung ausfällt und es in der Wohnung unangenehm kühl wird, dass kein komfortables Wohnen mehr möglich ist, sollte sofort seinen Hausmeister, den Vermieter bzw. die Verwaltung kontaktieren. Sollte diese innerhalb der nützlichen Frist nicht erreichbar sein, weil es Wochenende oder Feiertag ist, darf der Vermieter auf Kosten des Vermieters eine Reparaturfirma anheuern. Als Grundlage dienen die gesetzlichen Regelungen nach Art. 422 OR in Bezug auf „Geschäftsführung ohne Auftrag“. Wenn ein Mieter rechtmässig von diesem Gesetz Gebrauch macht, muss der Vermieter alle anfallenden Kosten übernehmen. Doch besser als erst im Notfall zu reagieren ist es, bereits vor Einbruch der kalten Jahreszeit zu prüfen, inwieweit die Heizräume des Mietobjekts für Mieter zugänglich sind. Das hat zweierlei Gründe: Zum einen können sie im Notfall selber in den Heizungsraum gehen und prüfen, ob Sie etwas Verbesserung der Situation beitragen können. Zum anderen nützt Ihnen ein abgeschlossener Heizungsraum auch dann nichts, wenn Sie eine Reparaturfirma bestellen. Die Firma wird die Tür auch nicht öffnen können.

Wann sollte im Herbst die Heizung eingeschaltet werden?

Wann genau die Heizung eingeschaltet werden muss, ist gesetzlich nicht festgeschrieben. In der Vergangenheit standen in den Mietverträgen Klauseln wie zum Beispiel: Die Heizsaison beginnt am 01. Oktober und endet am 31. März. Doch solche Klauseln werden heute kaum noch angewendet. Denn was machen die Vermieter, wenn es bereits am 24. September extrem kalt ist? Kein Vermieter könnte sich heute noch auf die Vertragsklausel berufen und mit dem Heizbeginn warten. Grund ist, dass laut Art. 256 Abs. 2 OR alle Klauseln eines Mietvertrages über Wohnraum ungültig sind, sofern sie die Pflichten des Vermieters begrenzen, das Mietobjekt in einem «gebrauchstauglichen» Zustand zu versetzen. Das bedeutet, der Vermieter muss die Heizung einschalten, sobald die Temperatur tagsüber auf unter 20 Grad fällt.

Mieterinnen und Mieter, die aufgrund eines Ausfalls der Heizung in ihren eigenen vier Wänden frieren müssen, können einen eingeschriebenen Brief mit einer Aufforderung zur Reduktion des Mietzinses an den Vermieter senden. Um wie viel der Mietzins reduziert wird, ist Ermessenssache. Doch der Mietzins kann um mindestens 20 Prozent für die Zeit gesenkt werden, in der die Raumtemperatur tagsüber auf unter 18 Grad gesunken ist.

Wohnungsschäden durchs Nichtheizen

Interessanterweise gibt es auch Widerstand gegen das Heizen der Wohnung. Umweltschützer sagen, dass 18 Grad in der Wohnung recht warm seien. Man könne sich auch einfach einen Pullover anziehen. Sie machen darauf aufmerksam, dass unser Planet diesen Komfort der Heizungswärme im Winter aufgrund der Treibhausgase nicht mehr lange mitmachen wird. Auf der anderen Seite sind jene die, am lautesten über den Klimawandel schimpfen, auch jene, die mindestens 25 Grad im Winter in ihrer Wohnung haben möchten.

Doch eine kalte Wohnung bringt den Nachteil der Schimmelbildung. Schimmel bildet sich nicht nur dort wo es feucht ist, sondern auch das, wo die Temperatur günstig ist.

Wenn der Vermieter zu stark heizt

Es kann auch umgekehrt kommen. Der Vermieter hat die Heizung eingeschaltet und diese produziert konstant 25 Grad in der Wohnung. Vielen Mieterinnen und Mietern ist das eindeutig zu warm. Auch hier kann ein Anruf beim Hausmeister oder der Liegenschaftsverwaltung bzw. dem Vermieter helfen.

Manchmal reagiert der Vermieter allerdings nicht. Dann bleibt den Mietern nichts anderes übrig, als regelmässig das Fenster aufzumachen und kalte Luft einströmen zu lassen. Oder sie reichen einen Mängelbericht mit Frist ein und zahlen den Mietzins auf ein Sperrkonto, um den Vermieter unter Druck zu setzen.

2000 Watt Gesellschaft bis 2050

Der Schweizer Bundesrat möchte bis 2050 die 2000 Watt Gesellschaft einführen. Wenn die Technologie sich nicht verändert, müssen Bürgerinnen und Bürger in Zukunft ohnehin mit kälteren Wohnungen rechnen.

Gelesen 2560 mal Letzte Änderung am Montag, 05 Dezember 2016 15:34
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